Bewegungschoaches stehen erneut auf der Kippe

Das Bewegungscoach-Programm im Landkreis Saalfeld/Rudolstadt ist erfolgreich, dennoch droht wieder das Ende
Von Peter Scholz OTZ Saalfeld | Rudolstadt
Es ist ein Erfolgsmodell: Erst im Juni diesen Jahres wurde das Bewegungscoach-Programm des Landessportbundes (LSB) Thüringen für seine Ergebnisse gelobt, eine unabhängige Evaluierung zeigte dies. „Die Bewegungscoaches kommen in den Kindergärten, Grundschulen und Sportvereinen sehr gut an“, konstatiert auch Oliver Grau, der Vorsitzende des SSV Saalfeld. Doch das Programm, an dem der Saalfelder Verein mit dem FC Saalfeld und dem SV 1883 Schwarza im Rahmen der Initiative Zukunftsport teilnimmt, steht auf der Kippe. Es fehlt ab kommenden Jahr schlichtweg das Geld, um im konkreten Fall den hiesigen Coach Ken Langhammer zu finanzieren.
Während sich im Frühjahr alle Beteiligten noch über die Fortsetzung freuten, steht das Programm nun schon wieder vor dem Aus. Im Landeshaushalt seien zwar Gelder eingeplant, allerdings noch nicht beschlossen und dies kann noch Monate dauern. Die 13 Bewegungscoaches in Thüringen mussten sich deshalb arbeitssuchend melden, einige orientieren sich bereits anders.
„Beim Landessportbund Thüringen rechnet man mit einer Verlängerung bis Mitte 2024 und arbeitet an einer Übergangsfinanzierung, falls der Landeshaushalt im Januar noch nicht steht. Da die Finanzierung über 2024 nicht zu einhundert Prozent gesichert werden kann, soll das Programm dann überarbeitet werden“, weiß Oliver Grau.
Im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt will die Initiative um die Vereine SV Schwarza, FC Saalfeld und 1. SSV Saalfeld auf jeden Fall weitermachen. „Mit dem Bewegungscoach vermitteln wir vielen Kindern Freude an Bewegung, fördern und motivieren gleichermaßen. Wir blicken in viele glückliche Kinderaugen. Das darf nicht einfach aufhören. Ohne Unterstützung können wir aber die Stelle des Bewegungscoaches nicht halten. Wir brauchen Hilfe, um die Weiterführung zu schaffen“, sagt Grau.
Um eventuelle Finanzierungslücken zu schließen, haben sich die Verantwortlichen im Landkreis bereits im Frühjahr diesen Jahres um Unterstützer gekümmert: „Über 20 einheimische Firmen haben bislang mit Spenden auf unseren Aufruf reagiert“, sagt Oliver Grau, der zugleich hofft, dass man das Programm ohne Unterbrechung weiterführen und den zu erwartenden Eigenanteil an der Finanzierung aufbringen kann. Denn die Unterstützung wird immer größer.
Mittlerweile gehört auch Amtsarzt Christian Stiehler zu den Befürwortern. Gemeinsam mit ihm erarbeiteten Ken Langhammer und Übungsleiter vom 1. SSV Saalfeld ein Kindergarten-Sport-Programm was demnächst starten soll. Auch zwei neue Kindersportgruppen wurden kürzlich eröffnet. „Die Kinder freuen sich über die Angebote und nehmen sie auch gern an“, sagt Langhammer.
Mit der „Initiative Zukunftsport“ engagieren sich gleich mehrere Vereine gemeinsam für mehr Bewegung von Kindern und Jugendlichen. Eine enge Zusammenarbeit gibt es seit einigen Wochen auch mit dem HSV Bad Blankenburg, aus dessen Reihen Clemens Rein dem Nachwuchs die Schönheit des Sportes, vornehmlich des Handballes, näher bringt. „Eine großartige Geschichte, die nicht an der Finanzierung scheitern sollte“, so Oliver Grau.

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